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TA 1679, II (Skulptur), S. 83

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Dies ist eine Ergänzung Sandrarts (vgl. Sponsel 1896, S. 35).Julia Kleinbeck, 06/11/2010
gemahlten Tafeln.SandrartInformat. on source text markers
Dies ist eine Ergänzung Sandrarts (vgl. Sponsel 1896, S. 35).Julia Kleinbeck, 06/11/2010
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Als Quelle liegt hier folgender Text zugrunde (vgl. Sponsel 1896, S. 35): Patin, Relations Historiques, überprüft anhand der Ausgabe 1695, S. 122 ff. Die Zusätze Sandrarts sind entsprechend markiert.Julia Kleinbeck, 06/11/2010
Man zeiget auch eine Versamlung aller dort herum/ sonderlich bey der alten Römischen Stadt Augst/ gefundene antiche Medaglien/ groß und klein/ neben viel andern Antiquitäten/ von Ertz-Bildern und Statuen: dergleichen Menge also ungemein bey andern nicht zu finden ist.

Hierbey ist auch nicht zu vergessen des Herrn Innhabers grosse Geschicklichkeit/ Vernunfft und Höflichkeit gegen Männiglich/ gleichwie auch sonst in seinen Amts-Verrichtungen zum allgemeinen Besten:PatinInformat. on source text markers
Als Quelle liegt hier folgender Text zugrunde (vgl. Sponsel 1896, S. 35): Patin, Relations Historiques, überprüft anhand der Ausgabe 1695, S. 122 ff. Die Zusätze Sandrarts sind entsprechend markiert.Julia Kleinbeck, 06/11/2010
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Dies ist eine Ergänzung Sandrarts (vgl. Sponsel 1896, S. 35).Julia Kleinbeck, 06/11/2010
welches ihn so berühmt gemacht/ daß seinem löblichen Exempel allda viel andere Herren/ in Samlung guter Bücher/ Kunst-und lehrhaffter Seltsamkeit nachfolgen/ deren Namen ich/ weil allda nur eilig durchgereist/ nicht behalten/ und allein sage/ daß ich in der schönen Stadt Basel hochgelehrte/ weise und gute Politicos, und ingemein reale aufrechte Leute gefunden habe.SandrartInformat. on source text markers
Dies ist eine Ergänzung Sandrarts (vgl. Sponsel 1896, S. 35).Julia Kleinbeck, 06/11/2010

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Dies ist ein selbständiger Bericht Sandrarts (vgl. Sponsel 1896, S. 35).Julia Kleinbeck, 06/11/2010
Bern.

BErn/ die berühmte Stadt in Schweitzerland/ geniesset viel Lobs/ wegen eines kunstreichen Todtentantzes auf einem Kirchhof daselbst/ von ihrem Niclas Manuel vortrefflich gemahlt: welches aber/ aus Unachtsamkeit und wenig Liebe zu der Kunst/ damals zu Grund verfallen. Nunmehr aber wird solches sehr betaurt/ und erscheinet bessere Liebe zu den Raritäten: allermassen der löbliche Magistrat auf dem Rahthaus von gedachtem Todentantz noch etliche Reliquien verwahret. Dabey findet sich insonderheit auch auf einer Tafel/ eine mit Oelfarb gemahlte kunstreiche Passion Christi/ in welcher ein besonderer Fleiß und saubere Hand zu sehen/ durch ihren N. N. übermahlt/ mit etlicher Stadt-Schultheissen Conterfäten/ vom Barthelme Sarbruck, auch eine grosse Tafel/repraesentirend die Gerechtigkeit und Vorsichtigkeit/ von Joseph Werner.

Es ist allda/ unter andern Liebhabern/ eine gute Familia, genannt Stetle/ die allesamt zu den Studien und Kunst-Tugenden dergestalt geneigt/ daß einer selbiger Brüder/ Wilhelm Stetle/ mehr die Kunst/ als das Regiment/ angenommen. Er ist ein perfecter Meister der Miniatur, zeichnet auch sehr sauber/ und ist in den Medaglien trefflich/ daß noch Niemand dieselben also vollkommen und recht gleichend/ mit erforderter Ausrundirung und Eigenschafft/ hervorgegeben: massen er deren nur mit dem einfachen Umkreis in Kupfer klein geätzt und wol ähnlich zuwegen gebracht. Zeugnisse dessen sind viel Abdrücke in den Medaglien-Büchern von Hn. D. Carlo Patin, Prof. zu Padua, lobreich zu sehen/ und kan ich wol sagen/ daß noch kein mehr-perfecter Müntzmeister auf Papier gesehen worden.

Diese Stadt ist/ unter andern/ mit einer grossen vortrefflichen Bibliothek versehen. Darinnen eine Menge Manuscripten und rare Bücher aller Facultäten/ sonderlich der Theologischen/ nebenst einem Uberflus von Raritäten/ antiche Statuen/ Bildern/ Mechanichen/ Geschirren

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von Ertz/ Erd und Stein/ die dort herum noch täglich/ als Reliquien der alten Römer/ gefunden werden.

Von Medaglien ist alda auch eine grosse Anzahl zu sehen/ welche durch den Bibliothecarium, sonderlich ietzt Melchior Morel/ in schöne Ordnung gebracht worden: wie dann dessen Gemüt eine sonderbare Liebe zu allen Künsten zeiget/ er auch immerzu/ einen Vorrath von gemahlten Tafeln/ kunstreichen Handrissen und Kupfferstichen alter und neuer berühmtester Meister/ zu samlen/ bemüht und beflissen ist.SandrartInformat. on source text markers
Dies ist ein selbständiger Bericht Sandrarts (vgl. Sponsel 1896, S. 35).Julia Kleinbeck, 06/11/2010

Nimwegen.

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Peltzer zufolge ist diese Textpassage als ein »selbständiger Bericht« Sandrarts zu bewerten (vgl. Teutsche Academie 1675/Viten (Ed. Peltzer 1925), S. 421, Anm. 1450). Es ist möglich, dass Sandrart seine Kenntnisse über die Kunstsammlung des Johannes Smetius über die beiden Publikationen: Smetius, Oppidum Batavorum 1645 und Smetius, Antiquitates Neomagenses 1678 bezog.Julia Kleinbeck, 02/16/2011
JOhannes Smetius Philosophiae Professor und Prediger des Worts Gottes/ versamlete innerhalb drey und dreissig Jahren/ um die uralte Stadt Nimwegen rare und kostbare Antiquitäten in unvergleichlicher Anzahl und Seltsamkeit/ wie dessen Sohn Regnerus Renatus mit grossem Fleiß specificirt/ ausgehen lassen/ aus welchem der Edle Leser selbst eine mehrere Erfahrung nehmen kan; derohalben allein melde/ daß dieser grosse Kunstladen in Edelgesteinen/ Gold/ Silber/ Ehrne/ Eisen/ Bley/ Glaß/ Bein/ Stein/ Dohn/ und der gleichen/ bestehet/ und der Römischen/ als Niederländischen Geschichten/ auch der Kirchen- Zierath den Kriegs-Bedienten/ Gewehr und Waffen Nachricht ertheilet; Etliches den Wund-Artzten/ Schmieden/ Schneidern/ Goldschmieden/ Clausurmachern/ Töpfern diene/ mit allerley Hausrath zu finden/ samt vielen gantzen Bildern und andern Conterfäten in Metall gegossen/ auch an Stein und sonderlich in Edelgestein allerley Figuren gebildet/ auch an Medaglien unzehlbar viel/ darunter alle Römische Kaiser/Kayserinnen/Consulen und andere mit in die 1100. Stuck/ sonst bey niemand also zu finden/ zu sehen seyn sollen. Nach dem Tod des Vaters betreute Johannes Smetius d.J. (1636–1704) die bedeutende Antikensammlung. Mit seiner Publikation Antiquitates Nomagenses (1678) vermittelt er einen Eindruck des Umfanges, sowie der von Sandrart angedeuteten Bandbreite der Sammlung. Demnach befanden sich in der Smetius-Sammlung mehr als 4.500 Antiken, sowie 10.000 Münzen. Kurz vor seinem Tod bemühte sich Johannes Smetius d.J. die Sammlung an die Stadt Nimwegen zu verkaufen. Der Versuch scheiterte und so gelangten die Stücke vermutlich in Besitz des Pfalzgrafen Johann Wilhelm. (Vgl. Halbertsma 2003, S. 10 f.)Julia Kleinbeck, 02/15/2011SandrartInformat. on source text markers
Peltzer zufolge ist diese Textpassage als ein »selbständiger Bericht« Sandrarts zu bewerten (vgl. Teutsche Academie 1675/Viten (Ed. Peltzer 1925), S. 421, Anm. 1450). Es ist möglich, dass Sandrart seine Kenntnisse über die Kunstsammlung des Johannes Smetius über die beiden Publikationen: Smetius, Oppidum Batavorum 1645 und Smetius, Antiquitates Neomagenses 1678 bezog.Julia Kleinbeck, 02/16/2011

KKKConstantini M. Edelgestein.

DEmnach unser Buch von der Sculptura nunmehr zu Ende gebracht/ sind wir gesonnen/ solches Werck/ mit dieser vortrefflichen Antiquität/ als einer Orientalischen Gemma, gleichsam zuzusigeln/ und zu beschiessen beschliessen. Solches schöne Grosser Onyx Sardonyx des Baron von Edelstein. Juwel/ ein Onyx Sardonyx, von unerhörter Grösse/ hat uns Herr Baron, Gottfried von Edelstein/ auf Hohburg etc. (als ein sonderbarer und hoch verständiger Liebhaber der Medaillons, Edelgesteine/ Sculptur, Mahlerey/ Architectur, und aller Antiquität) auf seiner neulichen Durchreise gezeigt/ und ausführlichen Bericht eigenhändig davon erstattet. Auf demselben nun stellet uns die kunstreiche Hand vor des Grossen Constantini Triumphwagen/ in der einen Hand seinen Scepter/ oder Regirungs- Stab/ in der andern aber das Palladium, oder Bild (wodurch das Römische Reich repraesentirt wird) haltend; und wird von der Victoria, oder sonst von einer Landschafft (die ein Thurn- gekröntes Haubt hat) mit einem Lorbeerkrantz geschmücket.