Die himmlische Glorie

Wurde gemalt von
Symbolansicht

Kunstwerk-Bezüge

Ist Teil von
Steht in Zusammenhang mit

Orts-Bezüge

Befand sich zu Sandrarts Zeit in

Literatur

Die Kunstwerk-Daten stammen aus

Basis-Daten

Datierung

1671

Material/Technik

Öl auf Leinwand

Format/Maße

700 x 400 cm

Heutiger Aufbewahrungsort

Wien, Benediktinerabtei Unserer lieben Frau zu den Schotten, Praelatensaal

Erwähnungen in der Teutschen Academie

»Dieses Altar-Blat wird benamet/ die himmlische Gloria, und ist eingerichtet/ wie folget. Oben in dem kleinern Blat des Ovals, erscheinet die Gottheit/ ganz glorios und hellglänzend. Des grossen Blats erste Figur oben auf/ ist Unser liebe Frau in himlische Freude durch die Engel erhoben/ die von obgedachten Göttlichen Strahlen anmutig beschienen wird. Um sie her stehen die himlische Chöre der Engel und Heiligen/ die Propheten und Vätter des Alten Testaments: welche/ ie weiter sie von besagtem Himmelsglanz abstehen/ ie mehr sich das Liecht verlieret: daher dann/ zur Zierde des ganzen Werks/ etliche Bilder in finstern Schatten unter der Wolken gebracht worden. Es sind auch die bässer hinabstehende Bilder beyderseits dergestalt zertheilet/ daß/ zur repraesentation einer großen mänge Bilder/ desto mehr Raum geblieben: wormit sich auch in der mitten/ wie nötig/ eine durchsichtige Oeffnung gefunden. Auf der ersten Seiten sind die zwölf Apostel/ neben den Patronen der Kirche/ als S. Benedictus, Scholastica, Rosalia, Benno, Gregorius und Rochus, auch ganz unten auf den Wolken/ ein schöner nackender stark-ausgemachter S. Sebastian/ zu sehen. Auf der andern Seiten/ stehen unten sehr viel anmutige heilige Jungfrauen/ als S. Catharina, Ursula, Elisabetha , Barbara, Sophia, Apollonia, und mehr andere mit gegen den Himmel erhobenen Gesichtern: unter denen auch Maria Magdalena, im fliegenden Haar/ etwas bloß/ und theils mit Leinwat bekleidet. Diese und die Engel vermehren dieses Werks Anmütig-und Lieblichkeit/ mit ihrer…«
TA 1675, Lebenslauf, S. 23

»… erhobenen Gesichtern: unter denen auch Maria Magdalena, im fliegenden Haar/ etwas bloß/ und theils mit Leinwat bekleidet. Diese und die Engel vermehren dieses Werks Anmütig-und Lieblichkeit/ mit ihrer himlischen Zier/ auch schönst-gebildeten holdseeligen Angesichtern. Alle diese Bilder sind in herrlich und prächtigen Gewändern/ von weiß/ gelb/ blau/ purpur/ roht/ und mit andern schönen Farben/ ausgemahlet/ bey bescheidener und vernünftiger Zusammenordnung der Coloriten. Ist also dieses Werk/ wegen der fürtrefflichen Harmonie und Einstimmung/ nicht weniger auch wegen der herrlicher Invention, guter Zeichnung/ und fürtrefflichen variablen Gesicht-Bildungen/ Kleider und Haarbünde/ über-hoch zu schätzen und zu preisen.«
TA 1675, Lebenslauf, S. 24

Kommentare

Wie die kurz zuvor ausgeführten Triumphbogenaltäre entstand auch das Hauptaltarbild mit der Darstellung der »Himmlischen Glorie« im Kontext der Neuausstattung der Wiener Schottenkirche. Der verantwortliche Abt der Kirche war aber nicht mehr Peter Heister, sondern inzwischen Johannes Schmitzberger, der zuvor längere Zeit im Kloster Lambach tätig gewesen war. Schmitzberger kannte Sandrart noch von dessen Arbeit in Lambach und übertrug ihm das Hauptaltarbild und das Oberblatt mit der Darstellung der Trinität. Thema und Gestaltung des Bildes gehen in diesem Fall auf Tizians »Gloria« im Prado zurück, von dem Sandrart nachweislich einen Reproduktionsstich von Cornelis Cort besaß. (Vgl. Klemm 1986, S. 285–290.)
Nicole Hartje-Grave, 29.05.2008

Erwähnungen in Kommentaren

Zu dem Auftrag der Himmlischen Glorie für den Hauptaltar der W…
Nicole Hartje-Grave, 29.05.2008

Der von Johannes Schmitzberger in Auftrag gegebene Hochalter d…
Julia Kleinbeck, 28.10.2008