Dibutatis

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Tochter des Dibutadis (Butades), die den Schattenriss ihres Geliebten auf einer Wand nachzeichnete, ist bei Plinius namenlos, erhielt aber in der Kunstgeschichtsschreibung den Namen ihres Vaters. Seit dem 16. Jarhhundert gilt sie als Erfinderin der Malerei; vgl. Schmidt-Linsenhoff 1996 [Schmidt-Linsenhoff, Viktoria: Dibutadis. Die weibliche Kindheit der Zeichenkunst, in: Kritische Berichte, XXIV.4, 1996, S. 7–20], S. 7-20.

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Während Vasari Gyges Lydius mit dessen Selbstporträt zum ersten Künstler erklärt – dies jedoch aufgrund einer falschen Lesart des lateinischen Pliniustextes –, findet sich bei dem antiken Autor keine Angabe zum Ursprung der Malerei. Anders verhält es sich hingegen mit der Dibutades-Legende, die Sandrart wiedergibt, jedoch den Schattenriss zum ersten Kunstwerk erklärt und nicht das von Dibutatis aus Ton geformte Bildnis, das dieser nach der Zeichnung seiner Tochter von deren Geliebten schuf (Plin. nat. [Plinius: Naturalis Historia, ] 35, 151). Damit unterstützt Sandrart die für Vasari grundlegende Bedeutung des »disegno« als Vater der Künste. In der Kupferstichtafel (TA 1675, II, Vorrede, Tafel B (nach S. 2)) illustriert Sandrart diese beiden Ursprungsmythen.
Christina Posselt, 06/15/2011

Die gemeinsame Grundlage der Künste in der Zeichnung zu bestimmen und ihre Erfindung zum Beginn der Kunstentwicklung zu erklären, übernimmt Sandrart nicht nur mit den Gründungsmythen um Gyges Lydius und Dibutatis, sondern stellt dies auch eigens in einer Kupferstichtafel in der Vorrede zu den Künstlerbiographien dar (vgl. TA 1675, II, Vorrede, Tafel B (nach S. 2)).
Christina Posselt, 11/07/2011