Der Heilige Laurentius vor seinem Martyrium

Basis-Daten

Datierung

um 1600/01

Material / Technik

Öl auf Kupfer

Format / Maße

26,7 x 20,6 cm

Heutiger Aufbewahrungsort

London, The National Gallery, Inv.-Nr. 1014

Externe Ressourcen und Referenzdatenbanken

National Gallery London: NG1014

Beschreibung(en) im Text

»… und Junge/ die ein Feuer vor dem Wald aufmachen/ gebildet. Nicht weniger künstlich ist sein Gemähl/ wie S. Lorenz vor dem Richter entkleidet wird/ ihne folgends auf dem Rost zu braten/ bey dem allda gestellten Abgott/ der sich aber andächtig zum Himmel wendet/ mit unbeschreiblichen affecten welches original jezo bey dem hochgebornen Reichs-Grafen und Herrn/ Herrn Johann von Nassau/ zu Saarbrucken…«
TA 1675, II, Buch 3 (niederl. u. dt. Künstler), S. 294

Kommentare

Sandrart weist in seiner Beschreibung zu Recht darauf hin, dass Elsheimer nicht das Martyrium selbst, sondern deren Vorbereitung darstellt. Von einer traditionellen Schilderung wie Tizians Altarbild in der Gesuiti-Kirche in Venedig, die Elsheimer möglicherweise gesehen hat, unterscheidet sich das Gemälde auch durch die ungewöhnliche Herkules-Statue, die vielleicht durch spätantike Merkur-Skulpturen angeregt wurde. Inhaltlich setzt Elsheimer den mythologischen Held in Beziehung zum christlichen Heiligen, um die Tugendhaftigkeit des Märtyrertods zu betonen (vgl. Andrews 1985 [Andrews, Keiths: Adam Elsheimer – Werkverzeichnis der Gemälde, Zeichnungen und Radierungen, München 1985], S. 22 f.).
Christina Posselt, 20.10.2008

Vermutlich durch Vermittlung Matthäus Merians d.J. kaufte Graf Johann das Bild, dessen Echtheit ihm Merian 1661 in einem Brief bescheinigte: »das Elsheymerische Stücklein ein perfektes Original seye« (vgl. Priever 2001 [Priever, Andreas: Das Gemäldekabinett des Grafen Johannes von Nassau-Idstein. Ein Beitrag zur Sammlungsgeschichte des 17. Jahrhunderts, in: Zwischen den Welten. Beiträge zur Kunstgeschichte für Jürg Meyer zur Capellen, Festschrift zum 60. Geburtstag, hrsg. von Damian Dombrowski, Weimar 2001, S. 174–184], S. 176).
Christina Posselt, 23.12.2010