»Treue des Delphins gegen den Menschen« (TA 1680, Tafel H, 6)

Wurde radiert von
Symbolansicht

Kunstwerk-Bezüge

Ist Teil von

Basis-Daten

Datierung

1680

Material/Technik

Radierung

Privileg

S. C. M.

Abbildung(en) in der »Teutschen Academie«

TA 1680, Iconologia Deorum, Tafel H. (nach S. 84)

Erwähnungen in der Teutschen Academie

»6, Treue des Delphins gegen den Menschen.«
TA 1680, Iconologia Deorum, Erklärung der Kupfer [VII]

»Des Delphins Lieb und Treue gegen den Menschen zeiget die/ in dieser sechsten Figur/ vorgestellte Geschicht/ so sich mit einem Knaben/ der von Baja täglich nach Pozzoli in die Schul gegangen/ zugetragen/ da ein…«
TA 1680, Iconologia Deorum, Erklärung der Kupfer [VII]

Kommentare

Die vorliegende Radierung stellt das tragische Ende der Freundschaft zwischen einem Jungen und einem treuen Delphin dar, die in der Erklärung zur Kupfertafel H geschildert wird (TA 1680, Iconologia Deorum, Erklärung der Kupfer [VII]). Die Figur des Jungen erinnert an einen Typus des schlafenden Eros, wie er seit der Antike überliefert ist (s. LIMC, Bd. III.1, Nr. 780). In der Teutschen Academie ist der gleiche Figurentypus in dem von Sandrart gezeichneten und von Georg Christoph Eimmart gestochenen Kupferstich Toter Amor ein weiteres Mal zu finden. Mit dieser Art von Darstellung bewegt sich Sandrart in der Tradition von Puttendarstellungen wie sie besonders im Werk von François Duquesnoy bekannt sind (vgl. Boudon-Machuel 2005, Kat.-Nrn. 78–80). Es ist anzunehmen, dass auch Sandrart diese Putten bekannt waren, wie etwa seine Zeichnung nach dem Puttenbacchanal von Duquesnoy zeigt.
Saskia Schäfer-Arnold, 13.07.2011