Die Verherrlichung der heiligen Walburga

Wurde gemalt von

Orts-Bezüge

Befand sich zu Sandrarts Zeit in

Literatur

Die Kunstwerk-Daten stammen aus

Basis-Daten

Datierung

1664

Material/Technik

Öl auf Leinwand

Format/Maße

ca. 770 x 480 cm

Heutiger Aufbewahrungsort

Eichstätt, Benediktinerinnenkloster- und Walfahrtskirche St. Walpurgis, Hochaltar

Erwähnungen in der Teutschen Academie

»Er mahlet das Altar-Stuck bey S. Walburg in Aichstett
TA 1675, Lebenslauf, S. 20

»… nach Stockau/ und mahlte daselbst/ unter andren/ für S. Hochfürstl. Gn. den H. Bischof zu Aichstett/ das herrliche Altar-Stuck zu S. Walburg/ in größe von 30 Schuhen. Diß Gemälde praesentiret S. Hochfürstl. Gn. auf einer Galleria im Bischoflichen Ornat und Pontifical stehend/ von allen dero und des HochStiffts Capitel-Herren umgeben/ und ganz andächtig gen Himmel sehend: als gleichsam flehentlich ansuchend um Hülfe für eine große Mänge armer/ blinder/ lahmer/ kranker und bresthafter Leute/ die vor ihme stehen und um Erledigung seufzen. Aus dem Himmel fället ein Strahl der Glori auf S. Walburgen Begräbnis: aus welchem das daselbst für heilig und heilsam gehaltene Oel schwitzet/ welches durch etliche Engel unter die Bresthaften/ zu ihrer Genesung/ ausgetheilet wird. In dieser Schaar sind hohe und niedere Personen/ und nicht allein von Christlichen Nationen/ sondern auch Türken/ Persianer/ Mohren und andere Ausländische/ theils zu Pferd/ theils herzu gehend/ theils getragen und geführet: derer aller unterschiedliche Stellungen/ Affecten und bewegliche passiones, so kunstreich ausgebildet/ daß man diß Werk nicht genug beschauen und bewundern kan/ auch ein ganzes Buch davon zu schreiben wäre. Daher viel Fürsten und Herren/ allein um dieses WunderStucks willen/ diesen Ort besuchet/ welcher hierdurch…«
TA 1675, Lebenslauf, S. 20

Kommentare

Der Auftraggeber des riesigen Altarbildes in der Eichstätter Klosterkirche der Benediktinerinnen war Bischof Marquard II. Schenk von Castell, der sich umgeben von den Kapitelherren am linken Bildrand in Anbetung der heiligen Walpurga befindet. Im Zentrum des Bildes steht die heilige Walpurga, flankiert von ihren Brüdern Wunibald und Willibald, dem Gründer des Bistums Eichstätt. Unter den Kapitelherren links am Bildrand hat Sandrart sich selbst eingefügt und schaut als einziger aus dem Bild heraus. (Vgl. Klemm 1986, S. 265–270.)
Nicole Hartje-Grave, 09.05.2008