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Marienleben

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Basic data

Date

1502–1510, Titelblatt um 1511

Material(s)/Technique

Holzschnitte auf Papier

Dimensions

295 x 211 mm (Titelblatt)

Documented in

Meder 1932, Nr. 188–207

Mentions in the “Teutsche Academie”

“… Dürer/ hat die Gewänder sonderlich wol verstanden/ und zumal solches in seinen letzten Jahren/ in Unser Frauen Leben/ auch in seinen vier bästen Stucken der grossen Passion, auch sonst in vielen Bildern erwiesen. Er…”
TA 1675, I, Buch 3 (Malerei), S. 82

“… geliebter Kürze halben/ nicht alle anziehen/ darbey gleichwol nicht vergessen können/ wie köstlich er unser L. Frauen Leben gemacht/ als dessen zwanzig Stuck/ jedes absonderlich von invention und Gedanken/ wegen Natürlichkeit…”
TA 1675, II, Buch 3 (niederl. u. dt. Künstler), S. 223

“… Dürrer/ hat die Gewanter wol verstanden/ sonderlich in seinen letzten Jahren; in dem verfertigten Frauen-Leben/ auch in seinen vier besten Stücken der Passion in Holtz/ und anderen der Gewanter grosses Liecht gantz…”
TA 1679, III (Malerei), S. 20

Annotations

Den 20 Blätter umfassenden Zyklus des Marienlebens publizierte Dürer 1511 als Buch unter dem Titel »Epitome in Divae Parthenices Mariae Historiam ab Alberto Durero Norico per figuras digestam cum versibus annexis Chelidonii« (Auszug aus der Geschichte der heiligen Jungfrau Maria, von Albrecht Dürer aus Nürnberg in Bildern dargestellt, mit Versen beigegeben von Chelidonius). Das hier abgebildete Titelblatt zeigt eine Maria auf der Mondsichel. Wie im Titel vermerkt werden die Bilder in der Buchedition mit dem lateinischen Text des Mönches Benedictus Chelidonius (Benedikt Schwalbe, um 1460–1521) kombiniert, wobei auf die Darstellung der recto-Seite der darauf bezogene Text auf der verso-Seite folgt. Inhaltlich werden Herkunft, Geburt, Jugend, Vermählung Marias sowie die Geburt und Jugend Jesus nach den apokryphen Erzählungen dargestellt, die sog. Freuden und Schmerzen Marias. Nicht behandelt sind Überschneidungen mit der Passion Christi (Gefangennahme Christi, Geißelung, Kreuzigung, Tod Jesu, Kreuzesabnahme), die Dürer in einer eigenen Folge illustriert. Die Widmung des Marienlebens an Caritas Pirckheimer (1467–1532) verweist auf den intendierten Rezipientenkreis, der sowohl auf Frauenklöster als auch auf gebildete Humanisten zielte. (Vgl. Anna Scherbaum, in Schoch/Mende/Scherbaum 2001, S. 214–221.)
Christina Posselt, 02/02/2009