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Der Herkules-Zyklus für die Deckenwölbung der Grande Galerie im Louvre

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lediglich durch Zeichnungen und Stiche überliefert

Mentions in the “Teutsche Academie”

“… von allen Kunstliebenden Anno 1643. ansehlich eingeholet worden/ woselbst er nachmahlen dem König eine Galleria al Louvre in fresco gemahlt/ so hohes Contento gebracht/ hernach aber bey großem Unglück mit vielen andern Raritäten…”
TA 1675, II, Buch 3 (niederl. u. dt. Künstler), S. 368

Annotations

Ludwig XIII. erteilte Poussin im März 1641 den Auftrag die über vierhundert Meter lange, tonnengewölbte Galerie, welche den Louvre mit den Tuillerien verband, repräsentativ auszugestalten. Der Anteil Poussins scheint sich auf die Vorzeichnungen zu beschränken. Nach Poussins Abreise nach Rom setzten Jean le Maire (1597–1659), Rémy Vuibert (um 1600 – um 1651) und der Bildhauer Henry Perlan (1597–1656) die Arbeiten fort (vgl. Germer 1994, S. 68 f., Anm. 2).
Als 1668 ein Feuer die Ausgestaltung der Grande Galerie zerstörte, beauftragte Colbert Louis Boullogne (1609–1674) die Arbeiten wieder aufzunehmen.
Das ursprüngliche Dekorationsschema ist durch die vorbereitenden Zeichnungen Poussins überliefert. Es sah vor, die Wandabschnitte zwischen den Fenstern (»les trumeaux«) als Gliederung zu akzeptieren und über jedem Fenster eine reiche Schmuckgruppe zu platzieren, die sich um ein Rundbild anordnete. Diese Rundbilder enthielten in chronologischer Reihenfolge Darstellungen aus dem Leben des Herkules. Untersuchungen der u.a. in Paris erhaltenen Entwurfszeichnungen für die Gewölbedekoration haben ergeben, dass Poussin sich Natale Contis (1520–1582) »Mythologiae sive explicationis fabularum libri decem (1551)« bediente. Die auf den Vorzeichnungen in Teilen übernommenen Nummerierungen und Beschriftungen deuten darauf hin, dass die französische Übersetzung von Jean de Momtlyards aus dem Jahr 1627 Poussin vorlag und Verwendung fand (vgl. H.W. Van Helsdingen »Two Sheets of Sketches by Nicolas Poussin for the Long Gallery of the Louvre, In: Simiolus (Vol. 5 / Nr. 3/4) 1971, S. 172–184).
Julia Kleinbeck, 02/12/2010