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Leonardos Notizen zur Malerei wurden von seinem Schüler Francesco Melzi nach dem Tod seines Meisters transkribiert. Als Urtypus aller weiteren Manuskriptkopien gilt der Codex Vaticanus Urbinas 1270. Luca Pacioli weist 1498 in einem an Ludovico Sforza gerichteten Einführungsbrief zu seiner Divina Proportione (Venedig 1509) allerdings auf ein von Leonardo selbst verfasstes Manuskript über die Malerei und die menschliche Bewegung hin (»libro de pictura e movimenti humani posto fine«, zit. nach Steinitz 1958, S. 21). Auch Lomazzo erwähnt dieses Manuskript, das auf Anfrage des Herzogs geschrieben worden sei (»à prieghi di Ludovico Sforza, Duca di Milano«, vgl. Lomazzo, Trattato 1584 (Editio princeps), S. 158) und ein Kapitel zum Paragone enthalte. Die Existenz dieses Codex Sforza ist jedoch umstritten und kann jedenfalls von Lomazzo nicht selbst eingesehen worden sei, da Leonardo ihn nach dem Sturz und der Flucht des Herzogs und seinem eigenen Weggang aus Mailand 1499 höchst wahrscheinlich mitgenommen hätte (vgl. Steinitz 1958, S. 22). Der Ausgabe von Trichet du Fresne lag die Manuskriptkopie zugrunde, die ihm Cassiano dal Pozzo durch Chantelou zusandte sowie die angeblich korrektere Kopie, die ihm durch Thevenot zukam (möglicherweise Cod. 967 in der Bibliothèque nationale in Paris, vgl. Steinitz 1958, S. 27). Weitere Manuskriptkopien wie der Codex Huygens (The Pierpont Morgan Library M.A. 1139) entstanden zwischen 1560 und 1580 in Mailand (vgl. Steinitz 1958, S. 30).

Annotation by Christina Posselt01/19/2012

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