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Der Auftraggeber für das postume Sandrart-Porträt Hopfers stammt möglicherweise aus dem Umkreis der Kurfürsten Philipp Wilhelm und Johann Wilhelm (1658–1716) von Pfalz-Neuburg, bei denen Hopfer nach der Rückkehr von seinem Italienaufenthalt beschäftigt war und für die er zahlreiche Porträts schuf.
Als Vorlage diente Hopfer offenbar Philipp Kilians Stich nach dem Gemälde von Johann Ulrich Mayr, das Sandrart Mitte der 1670er Jahr zeigt und das in der Einleitung der Teutschen Academie von 1675 publiziert wurde. Hopfer verleiht dem Porträt jedoch einen neuen Charakter, indem er die Wendung des Kopfes verändert und das zeremonielle Gewand durch einen eleganten Hausmantel austauscht. Zudem weckt er durch den gemalten ovalen Rahmen Assoziationen mit der klassischen Bildnisform der imago clipeata und unterstreicht somit die repräsentative Wirkung des Porträts; vgl. Vít Vlnas in Kat. Prag 2010(b), S. 75, Kat.-Nr. II.6. Der abgewandte Blick Sandrarts ist möglicherweise darauf zurückzuführen, dass das Gemälde erst nach dem Tod des Dargestellten entstanden ist.

Annotation by Carolin Ott01/11/2012

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