TA 1675, II, Buch 3 (niederl. u. dt. Künstler), S. 331
CCLXV. Claudius Gilli/ sonst Loraine genant/ Mahler: Wird ein Pastetenbecker: Komt zu Augustin Taso, Mahler zu Rom: Seine Manier/ die Kunst zu erlernen: Sein Lebenswandel: Seine Werke: Kan keine gute Bilder mahlen: Seine Werke in fresco: Sein
Morgen- und
Abendstund: Seine Werke sind die Lehr-Schul aller Landschaft Mahler. CCLXVI. Joseph Werner/ von Bärn: Lernet bey Matthaeo Merian: Komt in Italien: Begibt sich auf die Miniatur-Arbeit: Komt in Frankreich: Seine Werke daselbst: Setzt sich zu Augstburg: Verfärtiget
der Kayserlichen Braut Contrafät: Sein Lobspruch. CCLXVII. David Klöckner/ Königlich Schwedischer Mahler: Lernet von sich selbst: Komt zu der Königin in Schweden/ hernach in Italien: Wird in Schweden für einen Königlichen Hof-Mahler beruffen: Seine Manier zu mahlen. CCLXVIII. CARPOPHORUS TENCHALA, Mahler von Bissone: Bringet die fast ganz darnieder ligende Mahlerey in fresco wieder auf:
Seine Werke zu Lampach: Andere seine Werke: Seine Manier zu mahlen. CCLXIX. Jacob Jordaens/ von Antorf: Bleibet in Antorf ungereiset: Seine Werke: Streitet mit Rubens um den Vorzug: Ein Oelmahler verderbet sich mit Waßerfarben: Noch etliche seine Werke. CCLXX. Erasmus Quellinus/ Philosophus und Mahler von Antorf. CCLXXI. N. Bemmel/ von Utrecht: Seine Werke sind zu Augstburg und Nürnberg sehr berühmt. CCLXXII. Hanß Paul Auer/ Seine Werke. CCLXXIII. Heinrich Popp/ von Nürnberg. CCLXXIV. Georg Christoph Eimert. CCLXXV. N. Ermel/ von Nürnberg. CCLXXVI. Johannes Schreiber/ von Freißingen. CCLXXVII. Johann von Sandrart/ von Frankfurt. CCLXXVIII. N. Spielberger/ aus Ungaren. CCLXXIX. Heiß/ von Memmingen. CCLXXX. Michael Heer/ von Nürnberg. CCLXXXI. Elias Gödeler/ Mahler und Arhitect: Wird von Ihr Fürstlichen Durchleucht zum Architect angenommen. CCLXXXII. Moreel/ Mahler von Frankfurt. CCLXXXIII. Johann Andreas Graf/ Mahler/ verheuratet sich an Maria Sibilla Merianin/ zierliche Mahlerin in Blumen: Nehet auch mit der Nadel gar natürliche und lebhafte Blumen: Etzet solche. CCLXXXIV. Anna Maria Pfrintin/ posirt in Wachs: Erfindet wiederum deß A. Abondio Art das Wachs zu coloriren. CCLXXXV. Ros/ Mahler von Frankfurt. CCLXXXVI. N. Lembke/ Bataglien-Mahler.
Sandrart
Informat. on source text markers:
Diese Vita wurde von Sandrart verfasst (vgl.
Sponsel 1896, S. 25).The end of this part of the text is on page 559CCLXV Claudius Gilli/ sonst Loraines genant.WAnn jemalen einer von einem schlechten Anfang oder geringen Wißenschaft zu so großer Kunst in der Mahlerey gestiegen/ daß sein Lob durch die ganze Welt ausgebreitet worden/ so ist es gewiß unser Claudius Gilli gewesen/ der insgemein nach seinem Vatterland Loraines genannt worden. Von ihm fallen verwunderliche Begebenheiten zu erzehlen/ für/ als daß/ da er erstlich in die Schreib-Schul gestellt/ und darinnen wenig und schier nichts zugenommen/ Wird ein Pastetenbecker. seine Eltern ihn zu einem Pasteten-Becken gedinget/ nachdem er nun in dieser Arbeit etwas erfahren/ zoge er seinem Beruf nach mit vielen andern dergleichen seinen Landsleuten/ nach Rom/ weiln daselbst immerdar in die etlich hundert Lothringische Köch und Pasteten-Becken sind/ alldieweil er
aber der Italiänischen Sprach und aller Complementen unerfahren/ keinen rechten Dienst haben konte/ nahme ihn ein geistreicher/ zwar Podagrischer/ doch wegen seines lustigen humors beliebter Komt zu Augustin Taso, Mahler zu Rom. Mahler/ genant Augustin Taso zu sich/ welcher viele Architecturen/ Friesen und anders in der Cardinäl Zimmer/ zu Zierrahten oberhalb der Tapetzereyen/ auch perspective und anderes machen/ dernthalben und anderer Geschäften wegen auch zum öftern ausreiten/ und an unterschiedlichen Orten sich aufhalten muste: Da dann indeßen Claudi Gilli ihm die Kuchen und das ganze Hauswesen sehr willig versahe/ alles säuberte/ die Farben zum Mahlen riebe/ Palet und Pensel putzte.
Unter diesen Aufwartungen nun befliße er sich auf Einrahten seines Patrons der Perspectiv, welcher ihn auch darinnen informiret/ und nachdem er derselbigen Grundregeln bald gefaßet/ legte
Diese Vita wurde von Sandrart verfasst (vgl.
