Giustiniani, Vincenzo

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Röm. Kunstsammler aus der Familie Giustiniani di Genova, geb. 1564 auf der Insel Chios, gest. 1637 in Rom; vgl. DBI [Istituto della Enciclopedia Italiana (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani, Roma 1960–], Bd. LVII, S. 366–377.

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Occurrences in the text

TA 1675, I, Buch 2 (Skulptur), Tafel g (nach S. 26)
»GLADIATOR, der Fechter:bey Pr. Iustinian«
Figure
TA 1675, I, Buch 2 (Skulptur), Tafel k (nach S. 26)
»HERCULES, stehend mit der Löwenhaut:bey Pr. Iustinian
Figure
TA 1675, I, Buch 2 (Skulptur), Tafel q (nach S. 26)
»Die dreÿ GRATIEN oder Huld Göttinnen: bey Pr. Iustinian
Figure

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Mentioned in annotations in the text

Sandrart deutet hier den langwierigen juristischen Streit um das Erbe Vincenzo Giustinianis an, der erst im 20. Jahrhundert endgültig beigelegt werden konnte. Die wesentliche Ursache der Auseinandersetzung lag in der Verteilung des Erbes auf den Zweig der Familie Giustiniani in Genua, woher Vincenzo stammte, und auf seinen römischen Erben Andrea Giustiniani. Letzterer sollte laut Testament von 1631 den Besitz Vincenzos übernehmen, wobei er den Genuesern innerhalb von 40 Jahren insgesamt 100.000 Scudi zukommen lassen sollte. In einem Brief Vincenzos, den er etwa ein Jahr vor seinem Tod schrieb, bat er darum, dass die Druckplatten der »Galleria Giustiniani« an die »albergo Giustiniani« in Genua übergeben würden. Bei der »albergo« handelt es sich um ein Konsortium, in dem die Mitglieder der weitverzweigten Familie zusammengefasst sind, um gemeinsame ökonomische Ziele zu verfolgen. Aus dem Brief geht hervor, dass der Erlös, der aus nachfolgenden Auflagen der »Galleria Giustiniani« gewonnen würde, an die ärmsten Familienmitglieder verteilt werden sollte. Doch erst für das Jahr 1678 ist belegt, dass die Platten sich wirklich in Genua befanden, vgl. Assini 2001 [Assini, Alfonso: Le matrici della Galleria Giustiniana: Storia di un lascito, in: I Giustiniani e l’antico, Katalog der Ausstellung Rom (Palazzo Fontana di Trevi) 2001–02, Rom 2001, S. 81–98.]. Ihr Verbleib in der Zwischenzeit ist noch unklar. Dass die Tafeln im Senatorenpalast aufbewahrt wurden, ist nicht belegt.
Carolin Ott, 11/26/2009

An dieser Stelle möchte man annehmen, dass Joachim von Sandrart auf eine Zeichnung verweist, die er anfertigte, als er für den Marchese Giustiniani tätig war. Dies wäre insofern gut denkbar, als sich zahlreiche Zeichnungen Sandrarts nach antiken Skulpturen der Sammlung Giustiniani erhalten haben. Doch hinter dem »ich« verbirgt sich Giovanni Angelo Canini, der hier den Stich mit der Darstellung des Pindar in seinem Werk Iconografia [Canini, Giovanni Angelo: Iconografia: cioè disegni d’imagini de famosissimi monarchi, regi, filosofi, poeti ed oratori dell’antichità; cavati da frammenti de marmi antichi […], Rom (Lazari), 1669] (Rom 1669) anspricht. Sandrart nutzte dessen Illustrationen oftmals als Vorlage für seine Darstellungen antiker Persönlichkeiten und griff auch bei seinen Ausführungen auf Caninis Text zurück, ohne dabei Stellen anzupassen, die möglicherweise zu Missverständnissen führen.
Carolin Ott, 03/24/2011

Die Vorrangstellung der Malerei wird von Sandrart auch in den Frontispizien der Teutschen Academie zum Ausdruck gebracht (s. TA 1675, Frontispiz/ TA 1679, Frontispiz und das Titelblatt des Vorworts der lateinischen Ausgabe 1683); vgl. Heck 2006 [Heck, Michèle-Caroline: Théorie et pratique de la peinture. La Teutsche Academie de Sandrart, (=passages/Passagen Deutsches Forum für Kunstgeschichte / Maison des Sciences de l’Homme, Paris), Paris 2006], S. 92–96. Die zeichnerische bzw. graphische Darstellung von Vincenzo Giustinianis Skulpturensammlung lässt entsprechend Sandrarts eigenes Können auf diesem Gebiet deutlich werden (vgl. Galleria Giustiniana 1636–37 [[kein Autor]: Galleria Giustiniana del Marchese Vincenzo Giustiniani, ]).
Christina Posselt, 11/07/2011