Sandrart, Joachim von

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Künstler, dessen Vita von Sandrart verfasst wurde.

Dt. Maler, Radierer, Zeichner, Graphiker, Kunstschriftsteller und Sammler, geb. 1606 in Frankfurt am Main, gest. 1688 in Nürnberg; vgl. Thieme-Becker [Thieme, Ulrich/Becker, Felix (Hrsgg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, 37 Bde., Leipzig 1907–1950], Bd. XXIX, S. 397.
Mitglied Nr. 863 in der Fruchtbringenden Gesellschaft, Mitgliedsname »der Gemeinnützige«, Aufnahme im Jahr 1676; vgl. Bircher 1998 [Bircher, Martin (Hrsg.): Im Garten der Palme. Katalog einer Sammlung von Dokumenten zur Wirksamkeit der Fruchtbringenden Gesellschaft mit Beigabe eines Ausstellungskataloges, (= Wolfenbütteler Arbeiten zur Barockforschung 32), Wiesbaden 1991], S. 417.

Kategorie(n)

Gelehrte und Schriftsteller
Künstler
. . . Graphiker
. . . Maler

Externe Ressourcen und Referenzdatenbanken

Personennamendatei (PND): 118794396
Getty Union List of Artist Names (ULAN): 500014974
Virtual Internet Authority File (VIAF): 66562250
Personeneintrag im »Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon«
Personeneintrag in der »Deutschen Biographie«

Vorkommen im Text

Vita:

TA 1675, Lebenslauf, S. 1

TA 1675, Frontispiz
»J. de Sandrart Invent.«
Abbildung

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Erwähnungen in Kommentaren im Text

Klöckers Biographie, sowie das anschließende italienische Lobgedicht wurden verfaßt von Blasio Ludovico Teppati, einem Italienischlehrer an der Universität Uppsala, der die beiden Texte bis September 1673 an seinen ehemaligen Nachbarn Georg Christoph Eimmart schickte, über den sie wiederum an Sandrart gelangten. Siehe Gerstl 2000 [Gerstl, Doris: Joachim von Sandrarts Teutsche Academie der Edlen Bau-, Bild- und Mahlerey-Künste – Zur Genese, in: Künste und Natur, hrsg. von Hartmut Laufhütte, Wiesbaden 2000, S. 881–898], S. 886-888.
Susanne Meurer, 03.05.2010

Die Millich Vita wurde auf Anfrage Sandrarts von dem schwedischen Hofmaler David Klöcker verfaßt. Am 27. September 1673 sandte Klöcker die Biographie zusammen mit der des Architekten Nicodemus Tessin an Georg Christoph Eimmart, der diese wiederum an Sandrart weiterleitete. Eimmart stand aufgrund mehrerer Kupferstichkommissionen bereits in Kontakt mit Klöcker. Siehe Gerstl 2000 [Gerstl, Doris: Joachim von Sandrarts Teutsche Academie der Edlen Bau-, Bild- und Mahlerey-Künste – Zur Genese, in: Künste und Natur, hrsg. von Hartmut Laufhütte, Wiesbaden 2000, S. 881–898], S. 888.
Susanne Meurer, 03.05.2010

Auch die Tessin Vita wurde, wie die vorangehende Biographie Millichs, auf Anfrage Sandrarts von dem schwedischen Hofmaler David Klöcker verfaßt. Am 27. September 1673 sandte Klöcker die Texte an Georg Christoph Eimmart, der diese wiederum an Sandrart weiterleitete. Eimmart stand aufgrund mehrerer Kupferstichkommissionen bereits in Kontakt mit Klöcker. Siehe Gerstl 2000 [Gerstl, Doris: Joachim von Sandrarts Teutsche Academie der Edlen Bau-, Bild- und Mahlerey-Künste – Zur Genese, in: Künste und Natur, hrsg. von Hartmut Laufhütte, Wiesbaden 2000, S. 881–898], S. 888.
Susanne Meurer, 03.05.2010

Sandrart erwähnt in seiner kurzen Notiz zu Charles Le Brun die Königliche Akademie, die 1648 nach Le Bruns Rückkehr von Rom nach Paris gegründet wurde. Da Sandrart sich außerdem auf großformatige Arbeiten bezieht und die ersten Arbeiten des Alexanderzyklus’ bereits international für Aufsehen sorgten, könnte Sandrart das Gemälde Einzug Alexanders in Babylon, das zwischen 1661 und 1665 entstand, gemeint haben. Ausführlicher widmet Sandrart sich Le Brun in der lateinischen Ausgabe der »Teutschen Academie« – wo er auch das 1679 veröffentliche Sonett »A Monsieur Le Brun, premier peintre du Roy, pour les peintures de la chapelle de Versailles et de la chappelle de Sceaux« von Claude-François Menestrier zitiert (Sandrart, Academia 1683 (lat. Ausgabe) [Sandrart, Joachim von: Academia nobilissimae artis pictoriae, Nürnberg [Christian Sigismund Froberger] 1683], S. 371); vgl. Teutsche Academie 1675/ Viten (Ed. Peltzer 1925) [Peltzer, Rudolf Arthur (Hrsg.)/Sandrart, Joachim von (Autor): Joachim von Sandrarts Academie der Bau-, Bild und Mahlerey-Künste von 1675: Leben der berühmten Maler, Bildhauer und Baumeister, München 1925], S. 425, Anm. 1594 und 1597.
Gerrit Stevens, 28.07.2010

Der römische Kunstagent Pompeo Frangipani war spätestens ab dem Jahr 1629 mit dem Erwerb antiker Skulpturen für die Sammlung des Kardinals Richelieu beauftragt (vgl. Montembault/Schloder 1988 [Montembault, Marie / Schloder, John: L’album Canini du Louvre et la collection d’antiques de Richelieu, Paris 1988], S. 40–42). Am 3. März 1633 autorisierte die päpstliche Regierung die Ausfuhr von 60 Statuen, zwei Köpfen, 60 Büsten und fünf Vasen, die im Laufe des Jahres in Richelieu ankamen (Montembault/Schloder 1988 [Montembault, Marie / Schloder, John: L’album Canini du Louvre et la collection d’antiques de Richelieu, Paris 1988], S. 33).
Vermutlich erfuhr Sandrart von dem umfangreichen Erwerb antiker Skulpturen für Kardinal Richelieu und der päpstlichen Ausfuhrgenehmigung, als er sich in den Jahren 1629–35 in Rom aufhielt. Ein Besuch Sandrarts in Richelieu ist jedenfalls nicht belegt.
Carolin Ott, 16.02.2011

An dieser Stelle möchte man annehmen, dass Joachim von Sandrart auf eine Zeichnung verweist, die er anfertigte, als er für den Marchese Giustiniani tätig war. Dies wäre insofern gut denkbar, als sich zahlreiche Zeichnungen Sandrarts nach antiken Skulpturen der Sammlung Giustiniani erhalten haben. Doch hinter dem »ich« verbirgt sich Giovanni Angelo Canini, der hier den Stich mit der Darstellung des Pindar in seinem Werk Iconografia [Canini, Giovanni Angelo: Iconografia: cioè disegni d’imagini de famosissimi monarchi, regi, filosofi, poeti ed oratori dell’antichità; cavati da frammenti de marmi antichi […], Rom (Lazari), 1669] (Rom 1669) anspricht. Sandrart nutzte dessen Illustrationen oftmals als Vorlage für seine Darstellungen antiker Persönlichkeiten und griff auch bei seinen Ausführungen auf Caninis Text zurück, ohne dabei Stellen anzupassen, die möglicherweise zu Missverständnissen führen.
Carolin Ott, 24.03.2011

Sandrarts Anmerkung zu Ridolfi ist nicht zutreffend, da er das beschriebene Kunstwerk, bei dem es sich um das »Götterfest« von Bellini und Tizian handelt, mit Tizians Venusfest verwechselt, das zu Sandrarts Zeit bereits zu der Sammlung Philipp IV. von Spanien gehörte. Das von Ridolfi genannte Werk befand sich noch im Besitz der Aldobrandini und ist inzwischen in der National Gallery in Washington zu sehen. Das Venusfest gehört seit dem 17. Jahrhundert zur spanisch-königlichen Kunstsammlung und kann heute im Prado besichtigt werden; vgl. Wethey III [Wethey, Harold E.: The Paintings of Titian. Complete edition, 3 Bde., London 1969–75], S. 143–145.
Gerrit Stevens, 30.03.2011

Die Identifizierung des um 1500 tätigen süddeutschen Meisters MZ, wie sie in einer Inschrift auf einem Täfelchen von späterer Hand vorgenommen wurde (»Matheus Zinck fecit«), geht möglicherweise auf Sandrarts Erwähnung in der Teutschen Academie zurück, ist ansonsten aber nicht fundiert. Zum Meister MZ siehe Matthäus Zasinger; vgl. Thieme-Becker [Thieme, Ulrich/Becker, Felix (Hrsgg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, 37 Bde., Leipzig 1907–1950], Bd. XXVII, S. 437 f.
Christina Posselt, 26.08.2011