Bernini, Gian Lorenzo
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- Bernini/Maderno: Palazzo Odescalchi (Rom)
- Sandrart/Kilian: Miscellantafel mit Porträts italienischer Künstler und weiterer Personen (TA 1675, Tafel T)
- Sandrart: Porträt Gian Lorenzo Bernini (Cod. icon. 366, fol. 26r)
- Leoni: Porträt Gian Lorenzo Bernini
Basic data
Artist whose vita was written by Sandrart.
Ital. Bildhauer, Restaurator, Zeichner, Maler und Szenograph, geb. 1598 in Neapel, gest. 1680 in Rom; vgl. AKL [Meißner, Günter (Begr.): Allgemeines Künstler-Lexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker, München/Leipzig 2004 -], Bd. IX, S. 608–613.
Category/categories
Artists
. . . Sculptors
. . . Printmakers
. . . Painters
Religious denomination(s)
Catholic
External resources
Personennamendatei (PND):
118509926
Getty Union List of Artist Names (ULAN):
500032022
Virtual Internet Authority File (VIAF):
73850000
Person’s record in the “Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon”
Works in the “Digitalen Portraitindex” associated with this person
Occurrences in the text
Vita:
TA 1675, II, Buch 2 (italienische Künstler), S. 199
TA 1675, I, Vorrede, S. 5
Marginalia column or footnote
TA 1675, I, Buch 3 (Malerei), S. 57
TA 1675, II, Buch 2 (italienische Künstler), S. 195
Mentioned in annotations in the text
Die Rezeption des Torso vom Belvedere in Michelangelos Œuvre gibt Anlass zu der Annahme, dass Michelangelo die Skulptur sehr geschätzt hat. Doch zu Lebzeiten des Künstlers gibt nur eine literarische Quelle davon Nachricht: Aldrovandi zufolge habe Michelangelo den Torso »außerordentlich gelobt« (Aldrovandi, Statue antiche [Aldrovandi, Ulisse: Delle statue antiche, che per tutta Roma, in diversi luoghi, e case si veggono, ], zit. n. Schwinn 1973 [Schwinn, Christa: Die Bedeutung des Torso von Belvedere fuer Theorie und Praxis der bildenden Kunst vom 16. Jahrhundert bis Winckelmann, Frankfurt am Main 1973], S. 36). Nach Körner hat die Anekdote, wie sie bei Sandrart geschildert wird, ihren Ursprung in der von Gian Lorenzo Bernini überlieferten Beobachtung des Kardinal Salviati. Bernini zufolge habe Kardinal Salviati Michelangelo vor dem Torso kniend angetroffen, woraufhin dieser ausgerufen habe: »Wahrlich, das hat ein Mensch gemacht, der weiser war als die Natur. Ein Jammer, dass es ein Torso ist!« Welchen Weg diese Erzählung, die am 8. Juni 1665 in Paul Fréart de Chantelous »Journal de Voyage du Cavalier Bernin en France« festgehalten wurde, zu Sandrart nahm, ist unklar; vgl. Körner 2000 [Körner, Hans: Der fünfte Bruder. Zur Tastwahrnehmung plastischer Bildwerke von der Renaissance bis zum frühen 19. Jahrhundert, in: Artibus et Historiae, XXI, 2000, S. 165–196], S. 170.
Sandrarts Bericht über die Auffindung einer antiken Venus weist bemerkenswerte Parallelen zu einer Passage im Tagebuch des Paul Fréart de Chantelou über den Aufenthalt Gianlorenzo Berninis am Hof Ludwig XIV. auf. Im Eintrag des 13. September 1665 lautet es: »Ich erzählte dem Cavaliere, wir besitzen in der Sammlung Richelieu eine Figur von wunderbarer Schönheit, eine Venus, von der allerdings nur der Torso antik sei. Er antwortete prompt, daß er sie gesehen habe, bevor sie nach Frankreich überführt wurde. Sie sei in Puzzolo ausgegraben worden und schöner als die Venus aus der Sammlung Medici. Derartige Meisterwerke müßten in Rom bleiben und er würde ihre Ausfuhr verbieten«; vgl. Chantelou, Bernini in Paris 2006 (Ed. Schneider/Zitzlsperger) [Schneider, Pablo/Zitzlsperger, Philipp (Hrsgg.)/Chantelou, Paul Fréart de (Autor): Bernini in Paris: das Tagebuch des Paul Fréart de Chantelou über den Aufenthalt Gianlorenzo Berninis am Hof Ludwig XIV., hrsg. von Pablo Schneider und Philipp Zitzlsperger, Berlin 2006], S. 153.
Bedauerlicherweise kann auch die Venus, die in Chantelous Tagebuch erwähnt wird, nicht eindeutig identifiziert werden; vgl. Montembault/Schloder 1988 [Montembault, Marie / Schloder, John: L’album Canini du Louvre et la collection d’antiques de Richelieu, Paris 1988], Kat.-Nr. 10, S. 173 f.
Gemeint ist die Intrige Gian Lorenzo Berninis; vgl. Klemm, Kommentar Viten 1995 [Klemm, Christian: Joachim von Sandrarts »Teutsche Academie der edlen Bau-, Bild und Mahlerey-Künste«, in: Renaissance und Barock (= Bibliothek der Kunstliteratur, Bd. 1), hrsg. von Thomas Cramer und Christian Klemm, Frankfurt a. M. 1995, S. 793–799 (Kommentar)], S. 861, Anm. 515, 11 f.
Anschließend an seinen Aufenthalt in Venedig ist Algardi ab 1625 in Rom nachzuweisen. Hier wird er zunächst von Dominichino und dem Bologneser Kardinal Ludovisi unterstützt. In den Jahren 1626–31 restaurierte er antike Statuen für ihn. Durch das Restaurieren von antiken Werken wird er auch später hervor treten (vgl. etwa »Die drei Grazien«). In Rom wurde Algardi besonders von Papst Innozenz X. (1644–54) protegiert unter dem er die Stellung des in Ungnade gefallenen Bernini einnahm (vgl. AKL [Meißner, Günter (Begr.): Allgemeines Künstler-Lexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker, München/Leipzig 2004 -], Bd. II, S. 345 ff.).