Der fünfte Bruder. Zur Tastwahrnehmung plastischer Bildwerke von der...

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Körner, Hans: Der fünfte Bruder. Zur Tastwahrnehmung plastischer Bildwerke von der Renaissance bis zum frühen 19. Jahrhundert
in: Artibus et Historiae, XXI, 2000, S. 165–196

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Die Rezeption des Torso vom Belvedere in Michelangelos Œuvre gibt Anlass zu der Annahme, dass Michelangelo die Skulptur sehr geschätzt hat. Doch zu Lebzeiten des Künstlers gibt nur eine literarische Quelle davon Nachricht: Aldrovandi zufolge habe Michelangelo den Torso »außerordentlich gelobt« (Aldrovandi, Statue antiche [Aldrovandi, Ulisse: Delle statue antiche, che per tutta Roma, in diversi luoghi, e case si veggono, ], zit. n. Schwinn 1973 [Schwinn, Christa: Die Bedeutung des Torso von Belvedere fuer Theorie und Praxis der bildenden Kunst vom 16. Jahrhundert bis Winckelmann, Frankfurt am Main 1973], S. 36). Nach Körner hat die Anekdote, wie sie bei Sandrart geschildert wird, ihren Ursprung in der von Gian Lorenzo Bernini überlieferten Beobachtung des Kardinal Salviati. Bernini zufolge habe Kardinal Salviati Michelangelo vor dem Torso kniend angetroffen, woraufhin dieser ausgerufen habe: »Wahrlich, das hat ein Mensch gemacht, der weiser war als die Natur. Ein Jammer, dass es ein Torso ist!« Welchen Weg diese Erzählung, die am 8. Juni 1665 in Paul Fréart de Chantelous »Journal de Voyage du Cavalier Bernin en France« festgehalten wurde, zu Sandrart nahm, ist unklar; vgl. Körner 2000 [Körner, Hans: Der fünfte Bruder. Zur Tastwahrnehmung plastischer Bildwerke von der Renaissance bis zum frühen 19. Jahrhundert, in: Artibus et Historiae, XXI, 2000, S. 165–196], S. 170.
Carolin Ott, 10/04/2010