Heilige und Gestalten aus dem Alten und Neuen Testament (Kupfertafeln für einen Kunstschrank)

Wurde gemalt von

SymbolansichtKunstwerk-Bezüge

Beinhaltet

Literatur

Die Kunstwerk-Daten stammen aus
Wird behandelt in Literatur

Basis-Daten

Datierung

um 1605

Material / Technik

Öl auf versilbertem Kupfer

Format / Maße

je 9 x 7 cm

Heutiger Aufbewahrungsort

Die Tafel des Heiligen Laurentius befindet sich in Montpellier, Musée Fabre. Alle weiteren sind im Besitz des National Trust (Petworth, Petworth House, The Egremont Collection): Johannes der Täufer, Johannes der Evangelist, Petrus, Paulus, Thomas von Aquin, Tobias und der Engel, die Heiligen Anna und Maria sowie Joseph und der Christusknabe.

Erwähnungen in Kommentaren im Text

Für Cosimo II. de' Medici fertigte Poelenburg zwischen 1620 und 1622 vier Gemälde an, darunter eine »Landschaft mit tanzenden Satyrn« (Öl auf Kupfer, 45 x 63 cm, Florenz, Pitti, Galleria Palatina, Inv. 1890: Nr. 1221); vgl. Gregori 1994 [Gregori, Mina: Uffizien und Palazzo Pitti. Die Gemäldesammlungen von Florenz, aus dem Ital. übers. von Ulrike Bauer-Eberhardt, München 1994], S. 544.
Im Palazzo Pitti befinden sich heute neun Gemälde von Poelenburgh sowie zwei Gemäldefolgen, darunter die nach dem Vorbild von Elsheimer geschaffenen zehn Heiligen (vgl. Chiarini/Padovani 2003 [Chiarini, Marco/ Padovani, Serena (Hrsgg.): La Galleria Palatina e gli Appartamenti Reali di Palazzo Pitti. Catalogo dei dipinti, 2 Bde., Florenz 2003], Bd. II, S. 289).
Christina Posselt, 05.01.2012

Kommentare

Von den ursprünglich insgesamt mindestens zehn Täfelchen, die in einen sogenannten Kunstschrank eingefügt waren, erwähnt Sandrart nur die Darstellung des Laurentius. Die übrigen acht erhaltenen Gemälde befinden sich heute alle im Besitz des National Trust Petworth. 1635 in der Sammlung des Duke of Buckingham in York House sowie 1671 bei der Schätzung der Bilder des Duke of Northumberland in Alnwick werden »Acht kleine Stücke« von Elsheimer aufgeführt. Eine vollständige Serie von Kopien nach Elsheimer, die Cornelis van Poelenburg wohl in Rom zwischen 1617 und 1625 kopierte, ist in Florenz (Palazzo Pitti) erhalten. Auch anhand eines holländischen Kunstschrankes mit Kopien nach Elsheimer lässt sich das urspüngliche Aussehen des Schrankes nachvollziehen (Penshurst, Sammlung Viscount De L’Isle and Dudley). Der originale Kunstschrank, in den die Tafeln von Elsheimer eingefügt waren, ist nicht erhalten und man geht davon aus, dass die Bilder bereits um 1630 aus ihrem Zusammenhang gelöst und nach England gebracht wurden. Der thematische Zusammenhang der Tafeln sowie die genaue Rekonstruktion im Zusammenhang mit dem Kunstschrank und dessen Zweckbestimmung konnte bis dato nicht geklärt werden (vgl. Andrews 1985 [Andrews, Keiths: Adam Elsheimer – Werkverzeichnis der Gemälde, Zeichnungen und Radierungen, München 1985], S. 182 f., Kat.-Nr. 17 und Kat. Frankfurt u. a. 2006 [Klessmann, Rüdiger: Im Detail die Welt entdecken – Adam Elsheimer 1578–1610, Katalog der gleichnamigen Ausstellung in Frankfurt am Main (Städelsches Kunstinstitut)/ Edinburgh (National Gallery of Scotland) und London (Dulwich Picture Gallery) 2006, mit Beiträgen von von Emilie E. S. Gordenker u. Christian Tico Seifert, Wolfratshausen 2006], S. 116–120, Kat.-Nr. 21).
Christina Posselt, 20.10.2008