Merkurbrunnen (Augsburg)

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Basic data

Date

1596–1599

Material(s) / Technique

Marmor (Brunnenarchitektur)/Bronze (Figuren)

Dimensions

2,69 m (Höhe)

Signature and notation

ADRIANVS. FRIES. HAGENSIS. FECIT. 1599 (erhaben angebracht am Rand der Plinthe auf punziertem Grund)

Description(s) in the text

»… Silber-Arbeiter: Seine Werke: Komt nach Prag. IV. Adam von Viana. V. Adrianus de Vries/ Bildhauer: Seine Werke/ die Fontainen zu Augstburg. VI. Georg Petel/ Bildhauer: Hilft das Gotteshaus zu S. Ulrich in Augstburg zieren: Komt nach Rom: Arbeitet…«
TA 1675, II, Buch 3 (niederl. u. dt. Künstler), S. 340

»… mehr Zierrahten zu sehen seyn. Eben ein so großes Werk ist auch von seiner Hand-Arbeit die andere Fontana oder Brunnen/ auf welchem Mercurius gestellet/ deme Cupido einen Flügel an Fuß bindet/ wie solche von Lucas Kilian…«
TA 1675, II, Buch 3 (niederl. u. dt. Künstler), S. 342

Annotations

Laut eines Vertrages vom 12. August 1596 erteilte die Stadt Augsburg Adriaen de Vries den Auftrag für zwei öffentliche Brunnenanlagen: Den Herkulesbrunnen und den »Merkurbrunnen«. Der Merkurbrunnen wurde als erstes fertiggestellt. Er steht in der Maximiliansstraße und wurde – wie aus der Inschrift hervorgeht – 1599 eingeweiht. In der Mitte des zehneckigen Brunnenkastens erhebt sich ein oblonger Brunnenpfeiler, welcher von der Skulptur des Merkurs bekrönt ist. Ein Amorknabe kniet zu seinem rechten Fuß und bindet ihm die Flügelschuhe zu. Am Brunnenpfeiler befinden sich zudem langhalsige Adlerköpfe, an den Langseiten zwei Medusenmasken, sowie zwei Löwenmasken an den Schmalseiten, die als Wasserspeier dienen. Unten am Wasserspiegel befinden sich zwei Hundeköpfe, die ebenfalls als Wasserspeier dienen. Den Guss der Skulpturen führte Wolfgang Neidhardt (1575–1632) aus, der zu diesem Zeitpunkt die Augsburger Gießhütte leitete (vgl. Larsson 1967 [Larsson, Lars Olof: Adriaen de Vries. ADRIANVS FRIES HAGIENSIS BATAVVS. 1545–1626., Wien/München 1967], S. 23). 1752 erfuhr der Merkurbrunnen eine grundlegende Renovierung. Dabei wurde die gesamte Brunnenanlage zunächst abgetragen und in rötlichem Marmor wieder aufgebaut. Außerdem wurde der Brunnenpfeiler erhöht. Zwei Rocaillekartuschen an den Breitseiten des Brunnepfeilers erinnern an diese Maßnahmen. 1998 wurden die Originalskulpturen durch Kopien ersetzt. Die Originale befinden sich heute in den Städtischen Kunstammlungen Augsburg (Inv.-Nr. 2000/1).
Julia Kleinbeck, 10/13/2008