Ephesische Artemis
- Mitarbeiter der »Teutschen Academie« Personengruppe
Personen-Bezüge
SymbolansichtKunstwerk-Bezüge
- Perrier: Artemis Ephesia und Marsyas Graphik
Literatur
- Sponsel 1896; S. 152, Nr. 97
- Schreurs 2010(a); S. 261
Basis-Daten
Datierung
1675 / 1679
Material / Technik
Kupferstich
Abbildung(en) in der »Teutschen Academie«
TA 1675, II, Vorrede, Titelblatt
TA 1679, III (Malerei), S. 10
Inschriften
Schau dieses Bild, das die Natur dir zeiget:
die Alles hier, als Mutter, zeŭgt und seuget,
und die des höchsten Schöpfers Tochter ist
Lern ihn, aus seinen grossen Wercken, kennen.
Folg der Natur: wan du begierig bist,
das man dich mög auch einen Künstler nennen.
Kommentare
Dieser Kupferstich wurde in der Teutschen Academie zweifach abgedruckt, einmal als Titelkupfer zum Viten-Teil der Ausgabe von 1675, das zweite Mal im Band von 1679 als Abschluss der Vorrede zum Malereikapitel.
Er zeigt eine in freier Weise nach antikem Vorbild gestaltete Statue der ephesischen Artemis als Sinnbild der Natur. In den sechs Versen am oberen Rand der Platte wird der Künstler zum Studium der Natur ermahnt (vgl. Sponsel 1896 [Sponsel, Jean-Louis: Sandrarts Teutsche Academie kritisch gesichtet, Dresden 1896 (phil. Diss. Leipzig 1887, Teildruck Dresden 1889)], S. 152, zu Nr. 97). Motivisch orientierte Sandrart sich bei dieser Darstellung an der Tafel 18 in Perrier, Icones [Perrier, François: Icones et segmenta nobilium signorum et statuarum quae Romae extant delineata atque in aere incisa per Franciscum Perrier. Romae, 1638., Rom 1638]. Seine im Vergleich zu Perriers Artemis weniger an eine antike Statue erinnernde Frauenfigur trägt zwei kleine Löwen auf ihren Schultern und auf dem Kopf einen Vogelkäfig. Auf den schon bei Perrier dargestellten Hirschen reiten in der Abbildung der Teutschen Academie zwei geflügelte Putten.
