Dioskuren auf dem Quirinal / »ALEXANDER M.« (TA 1675, Tafel f)

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Date

1675

Material(s) / Technique

Kupferstich

Inscriptions

ALEXANDER M. mit dem Pferd BUCEPHALUS: auf dem Berg Quirinale zu Rom
Werck v:Phidias

Signature and notation

Sandrart delineavit

Richard Collin sculpsit Antverpiae.

Image(s) in the “Teutsche Academie”

TA 1675, I, Buch 2 (Skulptur), Tafel f (nach S. 26)

Description(s) in the text

»… diesen Tempel herum/ war ein Hofplatz mit Colonnen und Statuen gezieret. Vornwarts aber/ stunden die zwo großen Statuen von weissem Marmor/ nämlich des großen Alexanders und Bucephali, die man annoch sihet/ nach welchen dieser Berg Monte Cavallo genennet wird. Die eine von diesen/ wurde von Praxitele, die andere von Phidia, gebildet: welche im Kupfer auf das fleissigste verfärtigt zu sehen. Die zum Tempel gehörige Stiegen/ waren sehr gelegen. Und/ nach aller Architecten Urtheil/ so wurde…«
TA 1675, I, Buch 1 (Architektur), S. 24

»… Friedens/ Diana. In der Kirche von S. Johann in Lateran, vier Seulen. Vor S. Marco, etliche Gefäße. Alexander M. mit dem Bucephalo. Der Tempel Pacis, hatte viel Statuen. Fragmentum eines großen Bildes. Im Palast und Garten Ludovisii,…«
TA 1675, I, Buch 2 (Skulptur), S. 33

»… etwas arbeitsamerer und stärkerer Gestalt/ doch in eben dem Alter/ der Fauno von Medices, ingleichen der große Alexander mit seinem Bucephalo; ferner der Gladiator oder Kämpfer/ von Justiniano; und so weiter in immer größerer Stärke und Statur,…«
TA 1675, I, Buch 2 (Skulptur), S. 34

»Alexander M. mit dem Bucephalo
TA 1675, I, Buch 2 (Skulptur), S. 39

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Annotations

Dargestellt ist der linke Rossebändiger der kollosalen Statuengruppe, die sich noch heute auf der Piazza del Quirinale in Rom befindet. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurden beide Rossebändiger von den Antiquaren Pirro Ligorio und Onofrio Panvinio als Alexander der Große mit seinem Pferd Bucephalus identifiziert. Auch Sandrart wählt als Titelinschrift für den Stich »ALEXANDER M. mit dem Pferd BUCEPHALUS«. Jedoch wurde im 17. Jahrhundert von Alessandro Donati auch die Identifizierung der Figuren mit den Dioskuren in Betracht gezogen (Donati, Roma vetus ac recens 1665, III, Kap. XV, S. 363), eine Ansicht, die sich im 19. Jahrhundert durchsetzte und bis heute akzeptiert wird (vgl. Bober/Rubinstein 1987 [Bober, Phyllis Pray/Rubinstein, Ruth: Renaissance Artists & Antique Sculpture. A Handbook of Sources, New York (Oxford University Press) 1986], S. 159 ff. zu Nr. 125).
Sponsel zufolge handelt es sich bei dem vorliegenden Blatt um einen kleineren Nachstich nach Antoine Lafrérys Speculum Romanae Magnificentiae [Lafréry, Antoine (Hrsg.): Speculum Romanae Magnificentiae, o. O. 1573–1577] (s. Sponsel 1896 [Sponsel, Jean-Louis: Sandrarts Teutsche Academie kritisch gesichtet, Dresden 1896 (phil. Diss. Leipzig 1887, Teildruck Dresden 1889)], S. 145, zu Nr. 49). Als direkte Stichvorlage diente eine gegenseitige Zeichnung Sandrarts, die jüngst von Mazzetti di Pietralata publiziert wurde; vgl. Mazzetti di Pietralata 2011 [Mazzetti di Pietralata, Cecilia: Joachim von Sandrart (1606–1688). I disegni, (=Studi della Bibliotheca Hertziana), zugl. Dissertation Università La Sapienza 2004, Cinisello Balsamo 2011], S. 159, Kat.-Nr. 142.
Carolin Ott, 06/28/2011