Kaisersaalteppiche

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Entstanden in

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Die Kunstwerk-Daten stammen aus

Basis-Daten

Datierung

1615–1618

Material / Technik

Wolle, Seide

Format / Maße

ca. 5,10-5,22m x 3,71-3,84m

Heutiger Aufbewahrungsort

München, Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen (München, Residenzmuseum), Inv.-Nr. w 30-40

Erwähnungen in Kommentaren im Text

Im Zuge der Neustrukturierung der Münchner Residenz 1611–19 unter Wilhem V. wurde Pieter de Witte u. a. mit der dekorativen Gestaltung der Innenräume des neuen Kaiserhofes (Kaisersaal, Trierzimmer, Steinzimmer) betraut. Der östliche Flügel mit den Trierzimmern etwa – bestehend aus zwei Appartements mit je vier Zimmern – wurde mit Stuckfriesen und Kassettendecken geschmückt, in denen geometrische Bildfelder eingelassen waren. Sie zeigen den Fürsten und die Repräsentation seiner Herrschaft in verschiedenen Allegorien. Für den Kaisersaal fertigte Pieter de Witte darüber hinaus die Entwürfe für 12 Wandteppiche, auf denen antike und alttestamentliche Helden dargestellt waren, die ebenfalls auf die tugendhafte Herrschaft verweisen. (Vgl. Volk-Knüttel 2009 [Volk-Knüttel, Brigitte: Pietro Candido alla corte ducale di Monaco, in: Pieter de Witte – Pietro Candido. Un pittore del Cinquecento tra Volterra e Monaco, hrsg. von Mariagiulia Burresi und Alessandro Cecchi, Mailand 2009, S. 67–87], S. 79–82)
Christina Posselt, 21.10.2009

Kommentare

Die nach den Kartons von Hans Käppler von Hans van der Biest und Hans van den Bosschen in den Niederlanden gefertigten 12 Teppiche waren für den heute nicht mehr erhaltenen Kaisersaal der Münchner Residenz bestimmt. Sie zeigen Heldentaten aus dem Alten Testament bzw. in typologischer Gegenüberstellung der griechischen und römischen Geschichte (unsere Beispielabbildung zeigt Mucius Scaevola, Inv.-Nr. w 32). Wie die Groteskenteppiche [Barraud Wiener, Christine/Jezler, Peter: Die Kunstdenkmälder des Kantons Zürich, Neue Ausgabe Bd.I: Die Stadt Zürich I (=Die Kunstdenkmäler der Schweiz Bd. 94), hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Basel 1999] spielen auch diese Gobelins auf die Tugenden des guten Herrschers an.
Christina Posselt, 08.06.2009