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TA 1679, Metamorphosis, S. 41

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gewest; und weil sie allezeit mit einander auf die Jagt gegangen/ habe er sich in sie verliebt; sie aber wäre inzwischen mit Tode abgegangen: Als er nun über ihren Verlust sehr betrübt und trostlos gewesen/ wäre er dickmals hingegangen/ in einem Brunnen sich zu bespiegeln/ und selbsten zu sehen/ weil er/ in Beschauung seiner selber/ gleichsam die Gestalt seiner Schwester gesehen: allein es habe diese Freude ihm sein Leyden nicht benehmen können/ sondern er sey darüber gestorben; oder/ wie andere sagen/ in dem Brunnen/ allda sie offtermalen zusammen kommen/ ertruncken. Pausanias aber ist disfalls einer andern Meinung. Endlich wird auch die Fabel vom Narcissus/ also ausgelegt: Das/ durch die Nymphe Echo verstanden werde die Unsterblichkeit eines tugendsamen und ehrlichen Gerüchts/ so einen stetigen Nachklang/ in der Menschen Munde/ behält. Aber die Narcissen/ das ist/ solche Menschen/ die sich den Wollüsten ergeben/ und Erbärmlich in sich selbsten verliebt seyn/ werden endlich verwandelt in Blumen/ die des Morgens zwar frisch/ schön und lieblich anzusehen sind/ gegen den Abend aber verwelcken oder gar verdorren und zu nichte werden. Wann diese eigen-liebige Menschen sterben/ so bleiben ebenmässig ihre Namen/ in den Gräbern/ zusamt denen Leichnamen/ ewig verborgen/ und haben keinen Genus mehr von den Wollüsten/ wormit sie alhier ihr Leben zugebracht haben. Dergleichen Selbst-liebhabere waren etliche/ unter denen berühmten Römischen Hauptleuten/ gar nicht;

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dann sie das gemeine Beste über Reichthum und ihr eignen Leben geschätzet und geliebt: Dannenhero sie auch einen unsterblichen Namen erlangt haben.

Die Fabel von dem Pentheus/ welcher von seiner Mutter/ der Agave/ und dessen zweyen Muhmen/ der Avtonoe und Ino/ umgebracht worden/ suchet/ zu beweisen/ daß es denen Verächtern des Gottesdiensts/ oder Göttlichen Bundes/ allezeit/ oder doch meistentheils/ übel zugehen pflege/ und sie ernstlich gestraffet werden: Dergleichen warnende Vorbilder viel/ bey den Poeten/ angetroffen werden. Es ist aber dieses Gedicht genommen/ aus einer Geschichte: darum weil er keinen Wein tranck: dannenhero er genannt und beschrieben wird/ daß er des Bachus Feind gewesen seye/ und in solchem seinem Haß/ wider denselben/ ihn allezeit zu tödten gesucht/ unangesehen ihm die Kräffte und Tugenden dieses Gottes erzehlt und kund gemacht waren. Als wie Bachus die leichtfertige Gesellen des Acetes in Delphinen verändert/ welche man rühmct rühmet/ daß sie den Menschen geneigt/ und Liebhaber der Music auch die schnelleste unter den Fischen seyn. Hierdurch kan verstanden werden die Krafft des Weins/ welcher mässig getruncken/ dem Menschen sehr nützlich ist/ und ihnen die Gesundheit des Leibes und Geistes verbessert/ sie auch hurtig und schnellfüssig macht; und was sonst dessen Tugenden mehr sind.

Ende des Dritten Buchs.

Spaltenübergreifend
Ausleg- und Sinn-gebender
Erklärung/
über die
Bücher der Wandlung/
Des
Publius Ovidius Naso.
Vierdtes Buch.
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DIe Fabel von der Alcithoe/ welche/ samt ihren Schwestern/ die Opffer-Feste und Spiele des Bachus verachtet/ sich auf die Ubung der klugen Minerva/ als Spinnen/ weben und nähen/ begab und darneben die Sinnen und Gedancken/ mit denen unter sich selbst gepflognen Erzehlungen/ beschäfftigt gehalten/ kan bedeuten/ Alcithoe sey die Keuschheit/ welche zu zween grausamen Feinden habe/ den Wein und Müssiggang/ und/ aus grosser Vorsichtigkeit/ das überflüssige Trincken/ und eiteles Genügen vermeide/ auch/ vermittelst der Arbeit und des Fleisses/ sich selbsten/ in Krafft ihrer eignen Tugend/ erhalte.

Die Geschicht/ von dem Pyramus und der

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Thysbe/ gibt uns unterschiedliche lehrsame Anweisungen. Erstlich zwar diese: Daß die Jugend sich wol zuhüten und vorzusehen/ auch/ auß allem Vermögen/ zu meiden habe die unmässige Krafft der fleischlichen Liebe. Zum andern: daß sie sich/ ohne wissen und willen ihrer Eltern/ nicht verehligen/ dieweil solches insgemein ein unglückliches Ende und Ausgang zu nehmen pfleget. Drittens/ daß die Eltern auch die ienige junge Leute/ welche so gar grosse Liebe oder Neigung gegen einander haben/ nicht dergestalt hartnäckicht und gewaltiglich von einander zu trennen sich unter stehen/ noch dasjenige zuverhindern trachten sollen/ was doch öffters nicht zu hindern ist; dieweil mehrmalen grosses Unglück und Schwerigkeit/ und eine allzuspate fruchtlose Reu daraus zu entstehen pfleget.