Das Forum Romanum

Wurde gezeichnet von
Symbolansicht

Kunstwerk-Bezüge

Steht in Zusammenhang mit

Literatur

Die Kunstwerk-Daten stammen aus
Wird behandelt in Literatur

Basis-Daten

Datierung

um 1631

Material/Technik

Feder und Pinsel in Braun über Bleigriffel

Format/Maße

274 x 417 mm

Inschriften

Beschriftung Verso: Joach. Sandrart d. Für Merian Topogr. Italiae Fkft 1688 fol. p 104 Verkleinert radirt, v. M. Merian.

Signatur und Bezeichnung

unten links: JvS (eigenhändig?)

Heutiger Aufbewahrungsort

Hamburg, Kunsthalle, Inv.-Nr. 23714

Kommentare

Die Ansicht des Forum Romanum zeigt rechts vorne die drei Säulen des Castor und Pollux-Tempels. Auf der linken Seite des Blattes sind die Kirche San Lorenzo in Miranda eingebaut in die Ruinen des Tempels des Antoninus und der Faustina, sowie rechts davon der Tempel des Romulus mit SS. Cosmas und Damian dargestellt. Dahinter erheben sich die Bögen der Maxentiusbasilika.
Die Zeichnung des Forum Romanums entstand während Sandrarts Aufenthalt in Rom 1629–1635. Neben der Nürnberger Zeichnung mit Darstellung der »Caracalla-Thermen« gehört sie zu den wenigen Zeichnungen, die aus seiner römischen Zeit erhalten sind. In Rom lernte Sandrart Claude Lorrain kennen, dessen zeichnerische Anfänge um 1630 liegen. Daher könnte die vorliegende Zeichnung ein Beleg für Sandrarts Behauptung (s. TA 1675, II, Buch 3 (niederl. u. dt. Künstler), S. 332) sein, dass er Lorrain angeregt habe im Freien zu malen (s. Kat. Hamburg 2007, S. 303). Im Werk und Umkreis Lorrains sind ebenfalls Arbeiten mit der Darstellung des Forums zu finden, die sich mit Sandrarts Zeichnungen vergleichen lassen (vgl. Mazzetti di Pietralata 2005(b), S. 98 f.). Der künstlerische Austausch und Sandrarts Interesse an diesem Thema sind weiterhin durch zwei Kupferstiche in der Teutschen Academie dokumentiert, s. Ansicht Forum Romanum (TA 1675, S. 71); Tafel mit antiken Monumenten Roms (TA 1679, Tafel VII).
Die Zeichnung diente Matthäus Merian erstmals als Vorlage für seine »Neuwe Archontologia Cosmica« (Frankfurt 1637/38, Blatt 5). Danach wurde sie als Vorlage für Radierungen in den weiteren Auflagen aus den Jahren 1646 (Blatt 8), 1695 (Blatt 3), nach 1695 (Blatt 6) sowie als Illustration 39 in der »Topographia Italiae« 1688 verwendet (vgl. Kat. Hamburg 2007, S. 303).
Saskia Schäfer-Arnold, 27.04.2011

Erwähnungen in Kommentaren

Unter den frühen, in Rom entstandenen Zeichnungen befindet sic…
Anna Schreurs, 16.05.2008

Diese qualitätvolle und malerische Zeichnung stellt die Ruinen…
Saskia Schäfer-Arnold, 31.05.2011